Drau-Radltour 2006 (15. bis 23.6.2006)
(Aufgespießtes
von Helmut Müller)
Fronleichnams-Morgens,
so halb acht,
war’n alle
da schon mit Bedacht,
denn keiner
wollt’ den Zug verpassen.
Froh war
drum Thilo und gelassen.
Elf Radler
waren diesmal wir
und überraschend
noch mal vier,
die
wünschten uns – welch große Geste –
für uns’re Tour
das Allerbeste.
Ernst, Hans,
Renate, Annelies’
der
Abschiedsschmerz herkommen ließ.
Wie gern’ wär’n
sie mit uns gefahren,
so wie in vielen
letzten Jahren!
Zwei Radler
waren diesmal neu,
nicht g’rad’
bekannt als still und scheu.
D’rum sind
sie mutig mitgekommen,
und wurden herzlich
aufgenommen.
Der Uli war’s
mit der Marianne,
die junge
Frau mit großem Manne.
Ich muss
bekennen: Junges Blut
tut uns’rer
alten Mannschaft gut.
Neu waren
diesmal auch drei Räder:
Die Schuons
hatten eines jeder,
Das Dritte hatt’,
wie man es nennt,
ich selbst
mir dieses Mal gegönnt.
Nach kaltem
Wetter endlich Sonne
für’s
Unterwegssein eine Wonne.
Neun Tage vor
uns dieses Jahr,
der
Radtour-Traum wird endlich wahr.
Bis
Innsbruck ohne Umstiegsstopp,
dort
Stadtrundfahrt dann im Galopp.
Es reicht’
die Stunde Umstiegszeit
denn rein
zur Stadt war es nicht weit.
Von
Scharnitz bis zum Inntal runter
das
Bahnfahr’n spannend war mitunter.
Viel’ Fotos
haben wir geschossen,
und wilde
Berglandschaft genossen.
Zum Brenner
rauf weiter per Bahn.
So kamen
wir erholt dort an.
Die Radtour
startet’ auf dem Pass,
und das versprach
besond’ren Spaß.
Beim Brennersstraßen-Runter-Rasen,
könnt’ man es
richtig laufen lassen,
doch
Vorsicht war hier angebracht,
wie Dagmar uns
hat klar gemacht.
Mit Signaljacken
vorn und hinten
versuchten
Kochs uns einzubinden.
Doch Thilo
selbst mit 60 Sachen
fuhr stolz
voraus, und ließ es krachen.
Beim
Abfahr’n das Gepäck vom Rad,
beschleunigende
Wirkung hat.
Wie
Schifahr’n war’s, sogar alpin,
so kam’s
mir vor und in den Sinn.
Trotz
Fahrtwind war es mächtig heiß,
d’rum
lockte Sterzing uns mit Eis.
In Franzensfeste
Franz wir suchten,
und bis dahin
manch’ Berg verfluchten.
Die „Wadlbeißer“
– so genannt –
lieben
nicht alle, wie bekannt:
„Als
Rentner woll’n bequem wir radeln“,
hört man
den Dieter fluchend tadeln.
Doch Monika
– voll Energie –
scheut selbst
die steilsten Berge nie.
Ihr KTM-Rad
- ohne Frage -
versetzte
sie in diese Lage.
Auch Margot
wieder überraschte,
wie leicht
die Berge sie vernaschte.
Von Jahr zu
Jahr wird sie - scheint’s – jünger,
die Qual dadurch
für sie geringer.
Vom Eisach-
ab in’s Pustertal
ging’s
steil dann rauf ein letztes Mal.
Da wurden mir
die Beine schwer.
’Ne Ausruhpause
braucht’ ich sehr.
Nach 10
Minuten Schlaf und Rast
hab’n fast den
Franz wir dort verpasst,
der auf der
Straße fuhr vorbei,
als
plötzlich „Franz“ ertönt ein Schrei.
Um uns drei
Tage zu begleiten
kam er mit
Auto her bei Zeiten.
In Mühlbach
– auch - Quartier gebucht,
hatt’ er zu
treffen uns versucht.
Bis
Sterzing und auch Brixen gar
uns suchend
er geradelt war.
Die
Vorfreude auf’s Wiederseh’n
macht’
dieses Treffen doppelt schön.
In Mühlbach
dann brach Chaos aus:
Es war kein
Platz im Seppi-Haus.
Man hat uns
deshalb ausquartiert,
mit Auto gar
hinweg chauffiert.
Im
Seppi-Haus beim Abendessen
war dieses
Chaos bald vergessen.
Der Van vom
Wirt ward uns geborgt
und so
für’n Rücktransport gesorgt.
Der zweite
Tag, gemäß Profil
versprach
an Steigung reichlich viel.
480
Höhenmeter
bis Toblach
rauf musste ein Jeder.
Nun war ja Franz
mit Auto hier
und diesem
Umstand dankt’ten wir,
dass das
Gepäck mit diesem fuhr,
und uns
die Räder trugen nur.
Der Franz als
unser Senior,
der nie die
Radfahr-Lust verlor.
fuhr mit
uns rauf, als er begriff,
dass Luft aus
seinem Reifen pfiff.
Schnell ward
entfernt das erste Loch.
Als gleich war
da ein zweites noch,
da zeigte
sich: Schnell und geschickt
der
Bernhard solche Pannen flickt.
Dass insgesamt
es ging bergauf,
fiel mir erst
gar nicht richtig auf.
Des Mittags
dann, vor St. Lorenzen,
konnt’ ich
mit meiner Panne glänzen.
Wie’s
aussah war der Freilauf hin
trotz neuem
Fahrrad immerhin.
Musst’
dauernd treten – auch bergab –
bis eine
Werkstatt es dann gab.
Bestätigt
ward der „Freilauf“-Schaden
vom
Werkstattfritzen in dem Laden.
’Nen
Freilauf hätt’ im Nachbarort
die
Konkurrenz. Er schickt mich fort.
Mit
Bernhard fuhr’ ich nach Georgen,
um diesen
Freilauf zu besorgen.
Der Kerl
weiß Rat und sieht sofort,
’ne
Plastikscheibe muss bloß fort.
In fünf
Minuten war’s gerichtet,
der Schaden
fachgerecht vernichtet.
Fünf Euro
für die schnelle Tat
die voll
und ganz begeistert hat.
In Bruneck
in der Kirchen Schatten
wir bald
die and’ren wieder hatten.
Die Zeit
war reif zur Mittagsrast.
Zum Glück hab’n
wir sie nicht verpasst.
Den steilen
Anstieg durch Olang
ging’s Kräfte
raubend dann hinan.
Ein langer
Schlauch war dieser Ort,
schweißtreibend
auch in einem fort.
Als dann der
Himmel wurde dunkel,
von Ferne Donner,
Blitzgefunkel,
fing Ute an
leicht zu erzittern
und warnt’
vorm Radeln in Gewittern.
Doch wir
fahr’n weiter – umgeleitet –
was keinen Umweg
uns bereitet.
Im wahrsten
Sinne quer-Feld-ein,
so treffen
wir in Toblach ein.
Ein letztes
Stück quer über’n Rasen
hatt’ Thilo
sich noch einfall’n lassen,
bevor ein
starker Regenguss
empfängt
uns als Willkommensgruß.
Kaum sind
wir oben angekommen,
hat Franz
den ersten Zug genommen,
und dieses
nur für einen Zweck:
Zu holen
unser Radgepäck.
So manche Maid
braucht’ ja die Sachen,
um frisch
und schön sich noch zu machen.
Zum
Abendbrot kam Franz dann später
und sehr
gefreut hatt’ sich ein Jeder.
Die
Unterkunft Hotel Laurin
führt stolz
3 Sterne – immerhin -.
Bis auf das
Bettzeug optimal
war dies
Hotel in jedem Fall.
Am „Ruhetag“
stand frei zur Wahl
zu ruhen
oder Passfahrt-Qual.
Cortina konnt’
fast jeden locken,
nur Dieter
blieb im Hotel hocken.
’Ne
aufgelass’ne Eisenbahn
zieht Thilo
stets und magisch an,
besonders,
wenn die alten Trassen
zum Radeln
sich benutzen lassen.
Welch
Glück, dass die Cortina-Bahn
sich
diesbezüglich bietet an.
Von Toblach
rauf zu den 3 Zinnen
bequem war
Höhe zu gewinnen.
Von da an
durch’s Flussbett-Geröll
ging’s weiter
eher mühevöll,
bis hoch
zum Pass, dann war vorbei
die mühevölle
Schieberei.
Kurz hinterm
Pass am ersten Teich
sah man uns
rasten gern sogleich,
ersetzten
dort durch Brot und Säfte
die bis
dahin verbrauchten Kräfte.
’Ne wilde
Landschaft schloss sich an
die ich nur
schwer beschreiben kann:
Durch
Felsenschluchten über Brücken,
Gewaltiges
war zu erblicken
Durch lange
Tunnel ohne Licht
denn
solchen Luxus gab’s da nicht,
quer über’n
großen Geröll-Hang
führt unser
Weg dann noch entlang.
Bei
allerschönstem Sonnenschein
setzt unerwartet
Regen ein.
Kurz vor
Cortina wurden nass,
wir
schließlich so, doch hatten Spaß.
Cortina
selbst konnt’ uns nicht locken,
wir kehrten
um mit nassen Socken.
Der Ort schien
teuer und mondän
doch wär’ ’ne
Pause angenehm.
Ein
Garten-Cafe unterm Zelt
ward als
geeignet ausgewählt.
Als Kirsch-Strudel
ward angepriesen,
wir uns
nicht lange bitten ließen.
Doch als
die Rechnung ward gereicht,
da sind wir
regelrecht erbleicht:
Für’n
kleinen Strudel 7 Euro
war
unverschämt und mehr als teuro.
Zurück
ging’s wieder über’n Pass.
Zum Glück
war’s Wetter nicht mehr nass.
Doch als am
Pass dann doch droht’ Regen,
fahr’n wir die
Straße ab deswegen.
So meiden
wir Gerölleshaufen
und
lassen’s auf dem Asphalt laufen,
bis hin zum
Friedhof wo dann war
der Radweg
wieder wunderbar.
Bis kurz
vor’m Hotel blieb es trocken,
dann wurden
doch noch nass die Socken.
Des Abends wieder
tolles Essen.
Dies Hotel
werd’ ich nicht vergessen.
Was Dieter
tagsüber getrieben
ist bisher
unbekannt geblieben.
Wellness-Massagen,
Manna labend?
Auffallend
still war er am Abend.
Von Toblach
bis nach Silian
schließt
Franz sich uns noch einmal an.
Dann kehrt
er um und fährt zurück,
mit einem
Abschiedstränen-Blick.
Der Radweg war am Feiertage
’ne
Zumutung, ja eine Plage.
So viele
Radler groß und klein,
das kann
ganz schön gefährlich sein.
Ganze
Familien, Kind und Kegel
fuhr’n hier
ganz ohne jede Regel.
Von Silian
bis Lienz-Stadt.
oft man zu
überholen hatt’.
So mancher „Kamikaze-Flieger“
kam angebraust
und blieb auch Sieger,
wenn
rücksichtslos er zischt’ vorbei
in wirklich
übler Raserei.
Nur
abwärtsfahren ohne Pause:
Das war ’ne
traumhaft schöne Sause.
2 Stunden
lang sind ungelogen
wir freilaufend
hinab geflogen.
Als dieser „Flug“
zur Landung kam
war’n wir
bei der Gallizen-Klamm.
’Nen
Wasserfall gab’s dort zu sehen,
und Steinmühlen,
die Kugeln drehen.
Der Lienz-Besuch
fiel dann doch aus
zu viel
Tourismus dort – ein Graus.
Stattdessen
ging’s der Drau entlang
bis zu der
Pause vor Lavant.
Dort gab’s
’ne Hütte, Bäume, Schatten,
ein
Rastplatz den gesucht wir hatten.
Dort
schlafend fand man unter Bäumen
so manchen
noch vom Radweg träumen.
Mit ausgesprochen
müden Knochen
sind wir
danach bergauf gekrochen.
Doch später
ging’s auch wieder eben.
Das war so,
wie wir’s oft erleben.
Der Dieter
war seltsamer Weise
diesmal
sogar auch manchmal leise.
Doch öfter
hört man dann auch wieder
laut „Schönen
Urlaub“ rufen Dieter.
Grüßt so
meist an den Wegesranden
die fremden
Menschen die da standen,
und manchen
Lokführer der Bahn
der
pfeifend grüßt zurück auch dann.
In Dellach
uns’rem Tagesziel
versprach die
Herberge nicht viel.
Ein kühles Bad
am Abend noch
versöhnt’ im
Freibad uns dann doch.
Zum
Abendessen im Lokal
war’n wir
der Wirtin eine Qual.
Erst
wollten draußen wir beginnen
Sturm zwang
uns dann jedoch nach drinnen.
Des
Hochzeitstages frohe Kunde
war Schuons
wert ’ne Feier-Runde.
So stieß
ein Jeder an sein Glas.
Ein schöner
Anlass war ja das.
Am nächsten
Morgen das Buffet
war
ordentlich und sehr komplett.
So war’n
gekräftigt wir und stark
als
aufwärts ging’s danach gleich arg.
Der Uli ist
bei uns der Längste,
stets
hilfsbereit, zeigt keine Ängste.
Er hat ’ne
Bombenkondition,
die er wohl
hatte immer schon.
Als
unterwegs sein Handy läutet,
da ahnt’ er
schon was das bedeutet:
Der
Kleinfeld will vom Com-Bereich
befreien
sich und zwar sogleich.
Die Schuons
sind davon betroffen.
Für Uli bleibt
jetzt nur zu hoffen,
dass er den
Job behalten kann
mit neuen
Chefs dann irgendwann.
Die Marianne
– glaube ich –
war anfangs
eher vorsichtig.
In uns’re
Gruppe rein zu wachsen,
ist ja
nicht leicht bei all dem Flaxen.
Mit jedem
Tag taut sie mehr auf,
nimmt Bergfahrten
sogar in Kauf,
die sie könnt’
leichter sich gestalten
wenn sie es
lernt’ richtig zu schalten.
Die Hitze
macht’ ihr sehr zu schaffen,
ein Grund
für viele zum Erschlaffen,
doch sie
kämpft tapfer sich hinauf,
nein, nie
und nimmer gibt sie auf.
Lind war
das erste Einkaufsziel.
Doch weil
die Landschaft uns gefiel,
hab’n wir
die Brotzeit gern verschoben
bis wir nach
Anstieg war’n ganz oben.
Vor
Baldramsdorf der Rastplatz war
mit Tisch
und Schatten wunderbar.
Danach
ging’s abwärts nach Spittal,
wo Rast wir
machten gleich nochmal.
Im
Schlosspark dort war’s richtig heiß.
Zur Kühlung
half – wie jeder weiß –
ein Eis,
dann fuhr’n wir froh und heiter
Paternion
entgegen weiter.
Nach
Duschen dann im Gästehaus
sah uns’re
Welt noch besser aus.
Des Abends fanden
ein Lokal
wir
einladend schon wieder mal
Das Essen
dort genossen wir.
Dazu gab’s Wein
und kühles Bier.
Auch kriegte
Dieter ’nen Rabatt
den er
geteilt mit uns dann hat.
Am Dienstag
holt’ uns Fußball ein.
Der Dieter muss
heut’ pünktlich sein,
denn
Deutschland gegen Ecuador
verspricht
manch schönes Deutschlandtor.
So starten
wir heut’ schon halb neun.
Wir wollten
uns ja mit ihm freu’n.
Wenn abends
dann die Tore fallen
sollt’ er sich
freuen mit uns allen.
Der Radweg war
zunächst bequem,
es fuhr
sich leicht und angenehm,
bis Villach
wo wir Brotzeit kaufen
und in die
Stadt zu Fuß auch laufen.
Der Drau
entlang auf kleinen Straßen,
was „Steigung“
heißt, wir fast vergaßen,
bis
Föderlach, wo ganz genau
verließen
wir das Tal der Drau.
Die Straße
rauf zum Haffnersee
treibt uns den
Schweiß, es tat fast weh.
Zur Mittagsrast
ganz kurz vor Lind
wir noch
recht gut bei’nander sind.
Hier ward
die Brotzeit dann verzehrt,
die Kräfte
so gestärkt, vermehrt.
Ausgiebig dort
im Schatten ruh’n,
konnt’ bei
der Hitze nur gut tun.
Der schlimmste
Hatscher kam – oh je –
vor’m
schönen Ort Schiefling am See.
Die steile
Straße ohne Schatten
genau war,
was „erhofft“ wir hatten.
Der Dieter
war ganz vorne dran.
Was Fußball
doch bewirken kann….
’Ne ganze
Stunde vor der Zeit
war’n wir
zum Fußballschau’n bereit.
Den Altbau
müssten wir bezieh’n.
Das fand
der Thilo gar nicht schön.
Die Wirtin
d’rum mit Thilo war
im Umgang
etwas unnahbar.
In dem
Hotel das Beste war
die
abendliche Salatbar.
Doch auch
die Gegend mit den Seen
begeisternd
war und wirklich schön.
Schon
wieder gab’s kaputte Reifen,
die beulten
aus, drohten zu schleifen:
Bei
Bernhards und auch meinem Rad
’nen Mantel
es zerbröselt hat.
Zwei neue
Reifen mussten her.
Sie zu
ergattern war recht schwer.
Doch
Bernhard hat sich aufgerafft
und sie von
weitem hergeschafft.
Der
Rundfahrt um den Wörthersee
sagten wir
rechtzeitig „adee“.
Kreutschacher
See gleich nebenan
hatt’s uns
statt dessen angetan.
Auf
unwegsamen Waldespfaden
sah
schiebend man uns ohne Gnaden.
’Ne alte
Mühle am Bach unten
hab’n zufällig
wir vorgefunden.
Zwei
Stunden lange See-Umrundung
hat uns
gereicht für die Erkundung.
Danach war
Baden angesagt,
und alles
and’re ward vertagt.
Noch
unterwegs fiel Thilo ein
zu kaufen uns
6 Flaschen Wein.
Die sollte
es am Abend geben,
mit keiner
Chanc’ zu überleben.
Zum
Weintrunk haben wir gefunden
’ne Hütte
dort am See ganz unten.
Biertische
dort mit langen Bänken
darauf
Gebäck mit den Getränken.
Der Alkohol
löst’ bald die Zungen.
Laut haben
wir und schön gesungen.
Mit
kräft’ger Stimme aus dem Chor
trat Monika
deutlich hervor
Als wir
dort uns’re Lieder sangen
ist es uns
richtig gut gegangen.
Ein
fröhliches Frosch-Zwiegesang
vom See
herauf dann noch erklang.
Am
Abschiedstag plagt’ das Gewissen
die Wirtin,
denn sie hatt’ be…..scheiden,
uns in den Altbau
einquartiert,
die
Neubau-Buchung ignoriert.
Für jeden
von uns als Rabatt
10 Euro sie
erlassen hat.
Da machte
Thilo mit ihr Frieden,
so dass
versöhnt wir sind geschieden:
Am
Donnerstag, das letzte Mal
war
auszusteh’n manch’ Hitzequal.
Doch als
wir fuhr’n ganz früh am Morgen
war’n wir
noch frei von solchen-Sorgen.
Vom Haffner-
fuhr’n zum Wörthersee
wir erst
entlang einer Chaussee,
an
Klagenfurth dann knapp vorbei
und
schließlich war ein Radweg frei.
Auf
hügeligen kleinen Straßen
fuhr’n wir
gen Osten dann gelassen.
Vor Mastnik
kam, um uns zu testen,
ein „Wadlbeißer“
von den besten.
Von
Grafenstein der Gurk entlang
was uns bis
Seidendorf gelang.
Dort
endlich wieder an der Drau!
Was danach
folgt’ weiß ich genau:
Kurz nur am
Ufer g’radeaus,
dann war es
mit der Ruhe aus.
Ein dicker
Pfeil bei Neuenstein.
Was könnte
die Bedeutung sein?
Ein Anstieg
war’s und brutal heiß
und nicht
der Letzte wie man weiß.
Dass danach
ging’s auch wieder runter,
konnt’
freuen manchen auch mitunter.
Dass
Völkermarkt liegt sehr weit oben
hab’n wir
gespürt als wir dann schoben
die Räder ’rauf
den steilen Pfad
der schier
koa End’ gefunden hatt’.
Wir wären
fast dahin gerafft
bevor den
Weg wir hab’n geschafft.
Da ward es
Zeit für eine Rast.
Wir wären
sonst gestorben fast.
Kaum kehr’n
zurück die alten Kräfte
durch
Brotzeit und durch kühle Säfte,
spür’n
einige es in sich jucken,
und fingen
an mit Kirschkernspucken.
Die Margot
und der Schulzes beiden
sah ich
geduldig d’runter leiden.
Doch
irgendwann war es vorbei
mit
Kirschen und der Spuckerei.
Da legten
sich auch Kirschkern-Krieger
erschöpft mit
müden Knochen nieder.
Den
Schatten die uns Bäume gaben
wir
schlafend dann genossen haben.
Nach
Völkermarkt ging’s danach weiter,
die Luft
noch heiß, der Himmel heiter,
doch beides
war ganz schnell vergessen,
als wir am
Marktplatz Eis gegessen.
Schlau traf
der Thilo die Entscheidung
für einen
Weg zur Steigungs-Meidung.
Erst in St.
Peter welch ein Glück
war’n auf
dem Radweg wir zurück.
Bei Ruden fand
es Thilo schön
die neue
Draubrücke zu seh’n.
Noch
letztes Jahr war sie in Bau,
hoch
überspannt sie jetzt die Drau.
Ein Schlenker
noch, nein gar nicht viel,
dann war
erreicht des Tages Ziel.
Als Wasser
aus der Dusche zischte
es uns am
Abend sehr erfrischte.
Auf der Terrasse
Most und Bier,
erschöpft
dort auch genossen wir.
Das Essen
folgt’ im Haus zum Glück.
Dann zog ich
mich „in’s Bett“ zurück.
Die Ute ist
nicht g’rade still,
sagt frei
heraus g’rad was sie will.
Meist muss der
Rainer dies ertragen,
doch ging
auch mir sie „an den Kragen“.
Wer sie gut
kennt, der weiß Bescheid:
Sie ist
kein Kind von Traurigkeit,
freut sich
des Lebens einfach nur
mit ihrer
fröhlichen Natur.
Wenn Bernhard eher stiller ist,
merkt man
ihm an, dass er’s genießt.
Man kann
sich sehr auf ihn verlassen,
gern
technisch sich auch helfen lassen.
Dass Dagmar
stets als Letzte fährt,
das ist an
sich ja nicht verkehrt,
doch ungehört
so meist verklang,
manch’
Lied, das vor sich hin sie sang.
Der letzte
Tag war angebrochen.
Als ich war
aus dem Bett gekrochen,
wart unten
ihr bereits beim Essen,
habt glatt zu
holen mich vergessen.
Die Wirtin
riet: „Haut tüchtig rein,
ein langer
Tag wird’s für euch sein.“
Zuerst per
Rad noch eine Strecke,
danach zur
Bahn dann um die Ecke.
Nach kurzem
Weg war’n da zwei Brücken.
Es lohnte
sich, sie zu erblicken.
Die eine
taugt zum Bunjee-Springen,
die and’re hängt
und neigt zum Schwingen.
Hab’
spannend es deshalb empfunden
wie wir per
Rad sie überwunden:
Erst
Schieben unter Bahnesgleisen
dann
schwankend unsern Mut beweisen.
Der Dieter
hat, ich konnt’s kaum fassen,
sich glatt
samt Rad dort fallen lassen.
Zum Glück
hielt auf ihn eine Hecke
die dort
gepflanzt war zu dem Zwecke.
In Lavamünd
seh’n wir die Drau
ein letztes
Mal, drum: “Tschüß und Tschau.“
Dann
abschließend rauf nach St. Paul
konnt’ radeln
wir erstaunlich faul.
So blieb
noch Zeit zum Mittagessen,
war’n dann
auf’s Bahnfahr’n ganz versessen,
nach
Klagenfurt wo reichlich Zeit
für’s
Anschau’n bot Gelegenheit.
Nach
München diesmal ganz direkt
hatt’ Thilo
uns dann eingecheckt.
Als wir im
Zug gemütlich saßen,
war’n
fröhlich wir und ausgelassen
Das konnt’
man nicht von and’ren sagen:
Als ich im
Zug hab’ vorgetragen
dies lange
Radltour–Gedicht
gefiel dies
einem Fahrgast nicht.
Laut schrie
er rum, ich solle schweigen.
Um dann auch
seine Macht zu zeigen,
holt’ er
den Schaffner noch herbei.
Mit Vortragslust
war’s da vorbei.
Die
etablierte Tradition
zu hör’n am
letzen Tour-Tag schon,
was im
Gedicht ward aufgespießt,
hat euch
der blöde Kerl vermiest.
Auch
Mariannes Lied zum Dank
nun auch
nicht mehr erklang.
Wir hatten
es schon eingeübt
und war’n
auch deshalb sehr betrübt.
So schön
„in Fahrt“ war’n wir gerade,
dass dieser
Schluss war richtig schade.
Doch bleibt
zum Glück ja aufgeschrieben
was unterwegs
wir hab’n getrieben.
Spät erst
in München angekommen,
vor
Müdigkeit noch wie benommen,
ging’s nur zum
S-Bahn-Bahnsteig runter.
Doch
plötzlich war’n wir wieder munter.
Spät abends
ist dort viel Gedränge,
mit Rädern
deshalb viel zu enge,
dass alle
wir in einer Bahn
nach
Puchheim könnten heimwärtsfahr’n.
So suchte
mancher mit Geschick
allein zu
fahr’n und hatte Glück.
Das klappt’
auch prima, ganz famos
doch
plötzlich bricht ein Chaos los.
Die letzte
S-Bahn sei jetzt weg
weiter zu
warten hätt’ koa Zweck.
Vom
Bahnsteig wurden wir verjagt
Warum? Das
war umsonst gefragt.
Der
Bahnsteig war schnell leergefegt.
Wir blieben
cool und überlegt
und fuhren mit
den Rädern los
wenn auch zur
Hackerbrücke bloß.
Dort war’n
die and’ren - auch nicht weiter.
Sie freuten
sich und waren heiter,
denn plötzlich
war der Spuk vorbei,
die
S-Bahnstrecke wieder frei.
Was Ursache
vom Chaos war,
ward uns am
Ende auch noch klar:
In Münchens
S-Bahn-Kathakombe
vermutet
war ’ne Kofferbombe.
So kamen
wir dann doch per Bahn
verspätet
noch in Puchheim an.
Ein
Abschiedtreffen im Lokal
war nicht
mehr möglich dieses Mal.
Dass ich
trotz meiner Therapie
mich so
konnt’ wohlfühl’n dacht’ ich nie.
Ich fühl’t
mich fit, das kann ich sagen,
so wie in
längst vergang’nen Tagen.
Die
Radltour’n in all den Jahren
für mich
stets was Besond’res waren.
So war ein
Wunder wohl gescheh’n.
Dass mich
das freut, könnt ihr versteh’n.
Diesmal
gab’s keine Ehrenrunden.
Das lag
ganz sicher am Erkunden
als Thilo
im vergang’nen Jahr
mit Dagmar an
der Drau schon war.
Zwar war
das Wetter damals nässer
und diesmal
deshalb manches besser,
doch dies
galt auch mal umgekehrt
wie’s
Gasthaus Haffnersee uns lehrt.
9 Tage
hab’n wir uns vertragen.
Viel
Schönes hat sich zugetragen.
Selbst wenn
wir’s sportlich arg getrieben,
sind alle wir
gesund geblieben.
Alpine
Landschaft, Berges Höhen
war’n meist
von unten nur zu sehen.
Doch auch
entlang des Flusses Auen
herrlichste
Landschaft gab’s zu schauen.
Beeindruckend
war die Natur
und - wie
gesagt - auch die Kultur,
die diesmal
wir hab’n selbst gemacht
am See gar
singend dargebracht.
Auch wenn’s
sehr heiß war manches Mal
war’s
Wetter wirklich optimal.
Kein
Gegenwind, und Regenschauer
war’n
selten und von kurzer Dauer.
Ganz
Deutschland war im Fußballfiber,
doch uns
war diese Tour noch lieber.
So bleibt
mir nun, euch, Kochs, zu danken
für Freude
pur, fast ohne Schranken.
Die Tour
war prima wiedermal,
wie and’re
schon in großer Zahl,
die ihr zu
zweit habt vorbereitet
und stets
perfekt dann auch geleitet.
Zum Schluss
möcht’ ich die Tradition
die uns
erfreut seit Jahren schon,
in meinen
Dank mit einbeziehen:
Der
Schulzes Gastfreundschaft und Mühen.
So dürfen
wir in euren Räumen
gemeinsam
von der Radtour träumen.
Lebendig
werden da Geschichten
an Hand von
Fotos und Gedichten.
Lieber
Franz,
dass du uns
hast bis hier begleitet,
hat große
Freude mir (uns) bereitet.
Einst warst
Du nur für mich Ersatz,
doch
schnell warst Du für uns ein Schatz.
3 Jahr’
hab’n wir uns nicht gesehen,
viel ist
bei Dir und uns geschehen.
Ich weiß,
was Du hast durchgemacht,
hab’ oft
und viel an Dich gedacht
Bei Dir
ging’s dann und wann mitunter
mit Ängsten
kräftig rauf und runter.
Dass ich
Dich so könnt’ hier erleben,
hätt’
keinen Pfifferling darauf gegeben.
Trotz Alter und auch Therapie
strotzt Du
vor Kraft und Energie.
Als
Sportsmann voller Tatendrang
bist Du
voll da noch, Gott sei Dank!
Als ich
erfuhr, dass wir uns sehen,
da konnt’
auch ich nicht widerstehen,
warf alle
Zweifel über Bord
meldete
mich an bei Kochs sofort.
Als wir uns
unterwegs jetzt trafen
und herzlich
in die Arme warfen,
da spürten
alle: Das ist Franz,
wie wir ihn
kennen, voll und ganz.
Mit Auto –
das hab’ ich durchblickt -
hat Thilo
Dich hierher geschickt,
denn ihm
war vorher längst ja klar,
wie
dringend Deine Hilfe war:
Steil
geht’s hinauf nach Tobelach.
Da wird so
mancher Senior schwach,
wenn hinten
auf des Rades Heck
schwer
lastet viel zu viel Gepäck.
Einfach die
Lösung, elegant,
als dieses
im Passat verschwand.
Von
Mühlbach bis auf Toblachs Höhen
konnt’ man
befreit uns radeln sehen.
480
Höhenmeter
konnt’
leicht erklimmen nun ein Jeder.
Du warst
dabei, ja mittendrin,
hatt’st
einen Platten immerhin.
Kaum war’n
wir oben angekommen,
hast Du den
nächsten Zug genommen,
und dieses
nur für einen Zweck,
zu holen
unser Radgepäck.
Zum
Abendbrot kamst Du dann später
trotzdem
gefreut hat sich ein Jeder.
So manche
brauchte ihre Sachen,
um frisch
und schön sich auch zu machen.
Am
„Ruhetag“ den „Höhenritt“,
machtest Du
selbstverständlich mit.
Toblach –
Cortina und zurück,
für Dich gab
es kein größ’res Glück.
Wir alle
sagen herzlich Dank,
dass der
Gepäcktransport gelang,
und auch
dass Du mit uns geradelt.
Wir fühlen
uns durch Dich geadelt!
Wir
wünschen Dir noch lange Kraft,
dass Dir
das Radeln Freude schafft.
Vielleicht
kannst Du’s ja wieder schaffen,
Dich zu
’ner Koch-Tour aufzuraffen?
Von Helmut
zum Abschied von Franz in Silian/Drau.
Er hatte uns
3 Tage bei unserer Radltour begleitet.
Datum: 15. bis 18.Juni 2006