Jura
- Radltour 2002
(16. bis 22.Juni 2002)
von Helmut Müller
Zehn lange Jahre
hält sie schon
die Koch’sche
Radtour-Tradition.
Die elfte Tour war
dies Mal dran,
wie man sich’s
leicht errechnen kann.
Im Juni um die
Sonnwendzeit
war’n diesmal wir
zur Fahrt bereit.
Gefragt war
diesmal Kondition.
Das wussten wir ja
vorher schon.
Diesmal war’n
Berge zu bezwingen,
das wussten wir
vor allen Dingen.
Deshalb diesmal
neun Hanseln nur
fühlten sich fit
für diese Tour.
Das Ziel war
Frankreich und die Schweiz.
Dort hat die Jura
ihren Reiz
als Berglandschaft
mit steilen Pässen.
Auf die war Thilo ganz
versessen.
Von
Puchheim-Bahnhof mit 5 Zügen,
entsprechend oft sind
umgestiegen
wir mit den Radln
und Gepäck.
Schnell kam’n wir so von Puchheim weg.
Schaffhausen war’s
im Schweizer Land
wo diese Fahrt ihr
Ende fand.
Den Rhein entlang,
dem wunderschönen
ging’s erst einmal
zum Eingewöhnen
Der erste
Rheinfall uns’rer Fahrt
sich anfangs
gleich ereignet hat.
Gewalt’ge
Wassermengen brausen
hinab den
Rheinfall von Schaffhausen.
Und weiter ging’s
den Rhein hinunter
Noch recht bequem,
das hielt uns munter.
Doch macht’ die
Hitze uns zu schaffen.
Sie ließ ein wenig
uns erschlaffen.
An
Brunnen, wie in Kaiserstuhl
erlabten wir uns
wie im Pool.
Von hier dann auf die
deutsche Seite
Die teure Schweiz
macht uns sonst pleite.
In Kaldenburgens
Pension Krauß
wollt’ halten
wir’s ’ne Nacht lang aus.
Zum Abendessen
gingen wir
zum Campingplatz,
denn da gab’s Bier
Ein Weißbier tut
besonders gut
wenn gut gekühlt
man’s trinken tut,
doch – bitte schön
– mit Weißbierglas!
Als Bayer
schließlich weiß man das.
Als im Lokal die
Service-Tante
ein Weißbierglas
noch nicht mal kannte
und schüttet Franz
– wie ekelhaft –
in’s Helle-Glas
den edlen Saft.
Da meldet sich
recht resolute
zu Wort -
belehrend - uns’re Ute.
Sie hatt’ das
Mädchen sehr erschreckt.
Dem Franz hätt’s
Bier auch so geschmeckt.
Mit Fritz durft’
ich im Zimmer schlafen.
Das Schiksal
sollt’ mich dafür strafen.
Den Schlüssel
nämlich, dies kein Witz,
hatt’ eingesteckt
der Mixl-Fritz.
Bereits seit ein
paar Stunden schon
hatt’ ich gesucht
ein Telefon.
Beim Heimweg ich
dann eines fand
das mich mit
Puchheim auch verband.
Doch danach war’n
– welch großer Schreck
die lieben
Kameraden weg.
Ich suchte sie im
ganzen Ort
vergeblich, sie
war’n einfach fort.
Sehr traurig und
verzweifelt schon
ging ich zurück zu
der Pension,
kam ohne Schlüssel
sogar rein,
musst’ warten dort
so ganz allein.
Ich kam nicht rein
ins Schlafgemach.
Auf Treppen
wartend blieb ich wach,
bis nach zwei
Stunden – gut gelaunt –
die Gruppe kam,
fand mich erstaunt.
Frühstücksgestärkt
am Montagmorgen
- die Hitze macht’
uns langsam Sorgen -
auf Radlwegen -
ziemlich eben –
sah froh gelaunt
man uns entschweben,
nach Säckingen, von
da per Bahn.
So war’s geplant
von Anfang an.
Erst mittags
mussten wir dort sein,
drum fiel den
Kochs beizeiten ein,
ein Freibad gleich
an Rheines Stranden,
wo wir willkomm’ne
Kühlung fanden.
Hier war’n wir
fast für uns allein.
So schön kann’s vormittags
nur sein.
Faul lagen wir in
Baumes Schatten
nachdem gebadet
wir auch hatten.
In Säckingen
telefonieren
kann man getrost
einmal probieren.
Drei Zellen nur
von Telekom
die gingen nicht,
man kennt das schon.
Per Zug nach Basel
– gut gekühlt –
hab’n richtig gut
uns da gefühlt.
Die
Stadtdurchquerung dann per Rad
’nen Hitzeschlag
verpasst uns hat.
Wir war’n im
Münster – wunderbar –
weil’s d’rin
erholsam kühl noch war.
Zuvor wir noch ’ne
Pause hatten
am Brunnen unter kühlem
Schatten.
Lang prüft’ der
Thilo, ob im Rhein
er schwimmen
sollt’, doch ließ er’s sein.
Das Schiksal ließ
es so gestalten,
dass uns der Thilo
blieb erhalten.
Vom Schweizer
Bahnhof SBB
ging’s nun per
Bahn auf Juras Höh’
mit einem
Inter-Regio.
Als wir den
hatten, war’n wir froh.
In diesem Zug, ich
sag’s mit Tränen,
musst’ ich für
immer Abschied nehmen
von meinem lieben
bunten Helm.
Versteckt hatt’
sich der alte Schelm
recht trickreich
unter meinem Sitz.
Gemerkt hatt’s
beinah’ noch der Fritz.
Mein Horoskop für
diese Zeit
hatt’ mir als
Schiksal profezeit,
dass enden wird
’ne Liäson.
Nach Genf fuhr sie,
auf und davon.
Einmal den Zug
gewechselt, dann
war’n endlich wir
in St. Usanne.
Deutsch sprechen
kann man hier vergessen,
on parle francais,
ist d’rauf versessen.
Das Duschen nach
dem heißen Tage
erfrischte sehr,
gar keine Frage.
Das Abendessen
unter Bäumen,
nichts Schön’res
könnt’ man sich erträumen.
’Ne ziemlich laute
Blaskapelle
begrüßte uns dort
auf die Schnelle.
Spaghetti gab’s
und gutes Bier,
und lustig waren
alle wir.
Man glaubt ja
nicht, wie uns’re Frau’n
beim Nachschlag
haben reingehau’n.
Besonders auch die
Anneliese
verfuhr genau nach
der Devise.
Am nächsten Tag
hatt’ trotz der Wärme
Probleme sie mit
dem Gedärme.
Nach Kohle fragt’
sie ungeniert.
Hatt’ mit Erfolg
es so kuriert.
Als schließlich
kam’s zur Rechnungszahlung
kam Fritzens Blut
recht stark in Wallung.
Die hübsche Frau
hatt’s wirklich schwer
zu widersteh’n
uns’rem Charmeur.
Zwei Euro sollten
geh’n retour.
Weil sie hatt’
Schweizer Franken nur
gab sie ihm zehn,
sie war verwirrt.
Fritz macht’ ihr
klar, dass sie sich irrt.
Von St. Usanne im
Tal der Doubs
musst’ starten wir
des Morgens fruh,
denn große
Strecken, weit und hoch
die wollten wir
bewält’gen doch.
Die Schweiz hab’n
wir sehr bald verlassen.
Nun fuhren wir auf
Frankreichs Straßen,
die ausnahmslos
sind eine Pracht,
fast kein Verkehr,
wie neu gemacht.
Die Grenze war fast nicht markiert.
Ein Grenzgefühl
sich da verliert.
Die Landschaft und
der Menschenschlag
sind beide
ähnlich, wie man’s mag.
Französisch war
hier angesagt
Dollmetscherdienste
sehr gefragt.
Die Dagmar und die
Ute gar
beherrschten diese
wunderbar.
Mit Euros wieder
Brotzeit kaufend
an jedem Brunnen
Wasser saufend
Um uns zu schützen
vor der Hitzen
dann alles wieder
aus zu schwitzen.
Recht eben ging’s
noch bis Gigot.
Der Hitze wegen
war’n wir froh.
Natürlich gings’s
auch rauf und runter.
So blieben wir
beim Radln munter.
Kurz vor dem Pass
’ne Pause war
recht nötig und
erholsam gar,
in einer kühlen
Gastwirtschaft.
Sonst hätt’ die
Hitz’ uns hingerafft.
Nach langer
Steigung vor Fuanz
die raufgerast ist
unser Franz,
schiebt er ’ne
Wartepause ein.
Das musst’ halt
immer wieder sein.
Weil Nachzügler so
lang nicht kommen
hatt’ er den
Rucksack abgenommen.
Er stellt im
Schatten ihn in’s Eck,
fährt schließlich
ohne ihn dann weg.
Dass er befreit
von dem Gewicht
das merkt’ im
Höhenrausch er nicht.
Er fühlt sich
wohl, schwitz nicht mehr doll.
So ist das Radln
wundervoll.
Beim nächsten
Sammelpunkt im Schatten,
wo wir schon lang gewartet hatten
auf uns’re
Nachhut, wurde klar,
wie nützlich diese
für uns war.
Die Dagmar auf der
Radltour
betrachtet gern’
auch die Natur.
Sie lässt gern
ihre Blicke schweifen
um deren Schönheit
zu ergreifen.
Die Umwelt liegt
ihr sehr am Herzen,
das ist ihr Ernst
und nicht zum Scherzen.
Abfall am Weg sie
oft empört,
weil er das
Landschaftsbild sehr stört.
Den Rucksack sah
sie solchermaßen
und konnt’ es erst
gar nicht recht fassen,
bis endlich wurde
ihr dann klar,
dass die ein Teil
von Franz ja war.
Der Ernst hört’
Dagmars Klingelzeichen
und ließ dazu sich
gleich erweichen,
zu schnall’n den
Sack auf seinen Rücken,
um Franz mit ihm
dann zu beglücken.
Der Franz hatt’
bisher nichts vermisst,
doch plötzlich er dann
glücklich ist,
dass er nun wieder
ist komplett.
Dagmar und Ernst
ihr wart sehr nett!
Hotel Barrey in
Orchamps-Vennen
war Endstation, da
durft’ ma pennen.
Dort erst einmal
ein kühles Bier,
das tranken und
genossen wir.
’Ne Zeremonie
allemal
ist das
französ’sche Abendmahl,
mit vier, fünf
Gängen über Stunden.
Ich hab’ es
richtig gut gefunden.
Und weiter ging’s
im Hochplateau
mit auf und ab,
ja, sowieso
nach Point de Lac,
am großen See,
auf guten Straßen
so per se.
Das Schalten in
den kleinsten Gang
dem Franz mal
nicht perfekt gelang.
Die Kett’ im
Zahnkranz war verkeilt
das hatt’ den
Franz schon mal ereilt.
Als einst’ger
Ingenieur bei Fendt
mit Technik er
sich gut auskennt,
musst’ demontier’n
das Kettenrad
bis frei die Kette
er dann hatt’.
Das alles in der
Mittagsglut
versetzte Franz
ganz schön in Wut.
Doch eh er sich
darin verliert
war’s Mountainbike
schon repariert.
Zur Mittagszeit
auf freiem Acker,
in Baumes
Schatten, dösend, wacker,
ertrugen wir die
Mittagswärme,
zum Glück ganz
ohne Mückenschwärme.
Der Freund Michel,
der aus Lion,
den kannten Kochs
seit langem schon.
Er sollt’ ab heute
mit uns fahr’n.
Per Handy kündigt’
er sich an.
Entgegen kam uns
dann Michel
auf seinem Rad
alsbald dann schnell.
’Ne Profi-Radler-Kondition
konnt’
demonstrieren er bald schon.
Hinter Bonneveau,
kurz vor dem Lac,
da brachten
plötzlich mich auf Zack
zwei schnuckelige
Rennrad-Madln.
Musst’ unbedingt
mit ihnen radln.
Im Renntempo trotz
der Bagage,
für mich war’s
sicher kua Blamage.
Zwei Kilometer
hielt ich mit.
Für’n alten Opa
ganz schön fit.
Gewitterwolken häuften sich,
genieselt hatt’s
auch zögerlich.
Doch schließlich
blieben wir dann trocken.
Zum Baden konnt der
See noch locken.
Im Kurhotel Monnot
am See
da hat’s gespukt,
Franz tat sich weh.
Die Ute wollte spülen
nur,
als sie erschreckt
zusammenfuhr.
Als sie
drückt auf den Hebelarm
brüllt
plötzlich los der Hausalarm.
Was
hab’ ich da bloß angerichtet
denkt
sie als sie nach draußen flüchtet.
Zur gleichen Zeit
wollt’ ich das Licht
anschalten doch
das ging dann nicht.
Statt dessen ein
Alarmgebrülle
Stört’
fürchterlich die See-Idylle
Weil ich den
falschen Knopf gedrückt,
schrillt’s laut im
Haus, macht mich verrückt.
Der Krach ist fast
nicht auszuhalten.
Der Wirt schafft’s
nicht ihn abzuschalten.
Die Gäste rennen
aus dem Haus,
bis endlich der
Alarm geht aus.
’Ne riesengroße
Menschenschar
vom Ort vor’m Haus
versammelt war.
Des Nachts am Bett
die Leselampe,
die ab und zu
zuvor nur brannte,
ist dann lautem
Knall zerplatzt,
hat splitternd mir
den Arm zerkratzt.
Als Franz aus
seiner Dusche schritt,
die Tür ihm tief
den Fuß einschnitt.
Ansonsten war’s
jedoch o. k.
in uns’rem
Kurhotel am See.
Am Ruhetag zur
Freigestaltung
erfuhr die Gruppe
eine Spaltung.
Mit Rädern ohne
Tragetaschen
kann leichter Berge
man vernaschen.
Mit Thilo auf die Bergkammtour
kam mit die halbe
Gruppe nur.
Bei Nozeroy die
Source des Ain
konnt’ Thilo
endlich mal beseh’n
Fast war’s ’ne
reine Männercrew,
doch Ute zählte
auch dazu.
Selbst mörderische
Sprinterstrecken
die konnten Ute
nicht erschrecken
Die And’ren hat
der Fritz begleitet
und einen schönen
Tag bereitet.
Den See umrundete
per Rad
die Gruppe, der’s
gefallen hat.
Am nächsten Tag
geht’s mit Michel
gemeinsam bis zur
Doubsen Quell.
Dann wollt’ er
heim zu seiner Frau.
Ob’s stimmt, das
weiß ich nicht genau.
Was uns erwartet
ist ein Pass,
der diesmal macht
besond’ren Spaß.
Zehn Kilometer nur
bergan
was steil am
Anfang gleich begann.
Tour-höchster
Punkt, ich sag euch das
der lag auf diesem
Straßenpass
mit schweizer
Grenze wieder Mal.
Von da an ging’s
bergab in’s Tal.
Wir war’n früh
d’ran, so das Gefühl,
vielleicht
reicht’s noch für’s Fußballspiel
zu seh’n per Fernseh’n
im Hotel
Doch mussten baden
wir noch schnell.
im See, den wir im
Tal dann sah’n.
Zum Picknick kam
dann noch ein Schwan
mit seinem Weib
und seinen Kindern.
Ernst war am
Füttern nicht zu hindern.
Zur Halbzeit war’n
wir am Hotel.
Zimmerverteilung ging
sehr schnell.
Dass Deutschland
führte Eins zu Null,
das fanden wir
auch wonderful.
Wir sahen uns’re
Mannschaft siegen,
die Amis aus dem
Cup raus fliegen.
Des Nachmittags
ein teures Eis,
das musste sein,
denn es war heiß.
Ein Abschiedsessen
im Hotel
war unser Wusch.
Der kam uns schnell.
Hier wohnten wir
im Nobelschuppen,
der seinen Charme
sollt’ bald entpuppen.
Als dieses Essen
ward geplant
da hatten wir noch
nicht geahnt,
wie teuer ist das dort
Denieren.
Man isst dort
nicht, man tut mangieren.
Das
20-Franken-Hauptmenue
gab’s plötzlich
nicht, es war perdue.
Für 40 wollt’
man’s uns servieren.
Das konnte uns
nicht imponieren.
Wir standen auf und
ließen steh’n
verdutzte Ober als
wir geh’n.
Es war nicht g’rad
’ne Heldentat,
die dies Hotel
erzwungen hat.
Drei Kilometer
Richtung Stadt
was Bess’res sich
gefunden hat.
Dort konnten wir
im Freien speisen
bei ganz normalen
schweizer Preisen.
Heut’ Morgen,
uns’rem letzten Tag
ein kleiner Pass
noch vor uns lag.
Nach nicht einmal
’ner halben Stunden
war schon der
Anstieg überwunden.
Von da an ging’s
bergab fast nur
durch wunderschöne
Bergnatur.
Sechshundert reine
Höhenmeter,
ein Hochgenuss,
das glaubt mir jeder.
Doch in Lausanne
war’s wieder heiß.
Die Stadtdurchfahrt
trieb uns den Schweiß,
bis dann am
Bahnhof in der Stadt
die Tour ihr End’
gefunden hat.
Kein Unfall, keine
große Panne!
Wir alle steh’n
noch ganz im Banne
ja, dieser
Super-Radltour,
und deshalb bleibt
am Ende nur:
Den Kochs will
herzlich ich hier danken
für all die Mühen
und Gedanken
die wieder sie
hab’n investiert!
Wir haben’s
dankbar registriert.