Radltour 2000 (21.5 bis 27.5.2000)

Von Helmut Müller

 

Die Woch' hätt' ich noch segeln können,

doch wollt' partout ich es mir gönnen,

mit Euch zu rad'ln, ist doch klar,

dabei zu sein auch dieses Jahr.

 

Die Zugfahrt hin nach Friedrichshall

war ganz schön spannend dieses Mal,

denn pfeifend auf dem letzten Loch

kriegt' ich die S-Bahn g'rade noch.

 

Dann erst in Pasing wurde klar,

dass ganz komplett die Gruppe war.

Dreimal sind wir noch umgestiegen.

Wir ließen uns nicht unterkriegen

 

Das Kloster Schönthal an der Jagst

als erstes Ziel war nur ein Klax.

Nach Ankunft erst, ein Glück war das,

fing's an zu regnen, wurde nass.

 

Am nächsten Tag des morgens dann

fing's richtig  stark zu schütten an.

Zu allem Unglück war gleich platt

der Reifen von mein'm Hinterrad.

 

Geflickt war er nach kurzer Zeit,

dann war'n zum Abfahr'n wir bereit.

Nur kurz die Freude, denn sogleich

war dieser Reifen wieder weich.

 

Mitten im Regen, welch ein Spaß,

ward ich beim Schlauchtausch richtig nass.

Ein Teil von uns fuhr da schon weiter.

Dies war statt rumsteh'n auch gescheiter.

 

Es half nichts, keiner blieb heut' trocken,

ein Rückenwind ließ uns frohlocken.

Bis Billingsbach das Jagsttal rauf,

dann endlich hört's zu regnen auf.

 

Dort war'n in's Gasthaus wir geflüchtet

dies nutzten wir, so wird berichtet,

zum Speisen auch von warmen Suppen

und wichtig: Auch als Trocken-Schuppen!

 

Des Abends kurz vorm Taubertal

schon wieder platt mein Reifen war.

Geflickt, mit langsam Wut im Bauch,

Gewitter war im Anmarsch auch.

 

Stadt Rothenburg, hoch ob der Tauber,

ist ein Juwel, ein Schöheitszauber,

jedoch der Anstieg rauf vom Tal

macht's Fahrradschieben recht zur Qual.

 

Ein Nachtwächter des Nachts im Regen

trug vor uns auch des Gruselns wegen

in mitten Altstadts Pracht-Gemäuer

wildeste Märchen, ungeheuer.

 

Der Dieter und die Monika,

war'n diesmal nicht in USA.

So waren sie, oh welche Gnade,

diesmal bei uns mit ihrem Rade.

 

Wenn Dieter meint' er kennt' sich aus

fährt gern‘ er bergwärts g'radeaus,

auch wenn der Radweg manches Mal

zuvor bereits biegt ab in's Tal.

 

Durch's Burgenland bei strahl’nder Sonne

und Frühlingslandschaft eine Wonne,

die Radweg-Route – toll gemacht -

lässt uns genießen diese Pracht.

 

Einmal der Radweg war versperrt

die Weiterfahrt uns glatt verwehrt.

Den Tilo uns’ren Radler-Boss

dies offensichtlich sehr verdross.

 

Die Bauarbeiter, möcht‘ ich schwör’n

bekamen einiges zu hör’n.

Doch es half nichts, den Weg retour

war uns’re einz’ge Chance nur.

 

Am Dienstag kam, da war'n wir froh,

als Dreizehnter Walterio.

Sein Alfa bleibt jetzt ganz weit weg,

nun übt' er's Rad‘ln mit Gepäck.

 

 

In Dürrenmungenau der Wirt

uns in Erinn'rung bleiben wird.

Zwei Ab'nde hielt er an der Bar

ein munt'res Landwirts-Seminar.

 

Den besten Spargel baut er an

von dem man hier nur träumen kann.

Hier blieben wir ein Tag zum Rasten

und keiner wollt' beim Spargel fasten.

 

Der Annelies' in diesen Tagen

schlug irgend etwas auf den Magen.

Manch' Essen konnt' sie nicht genießen,

doch konnt' sie das nicht arg verdrießen:

 

Der Ernst macht' sich oft große Sorgen

wie es ihr geht am frühen Morgen.

Mit Kohle-Tabs und gutem Mut

ging's langsam besser, schließlich gut.

 

Am Ruhetag ohne Gepäck

fuhr'n wir nicht allzu weit dann weg

Der Brombach-Stausee frisch gefüllt

hat uns' re Neugier dann gestillt.

 

Auf dieser Tour das vierte Mal

war platt mein Reifen, welch ‘ne Qual.

Ein neuer Schlauch, ein neuer Mantel,

das half kein Fluchen, kein Gegrantel.

 

Dann endlich gab mein Fahrrad Ruh',

Doch streicheln muss't ich's immerzu.

Denn solch ein alter Fahrad-Greis

der leidet nun mal an Verschleiß.

Ein guter Grund zum Feiern war,

dass Ute wurde 60 Jahr‘.

Sie hielt uns frei mit Bier und Wein.

So schön kann's unterwegs nur sein!

 

Der Franz, das wussten wir ja schon,

der strotzt nur so vor Kondition.

Beim Essen haut er mächtig rein.

Das muss für soviel Kraft auch sein!

 

Der Fritz war diesmal Debütant.

So'n Typ wie er wird leicht verkannt:

Mit Damen, die er gerne mag,

verbrachte er den "Ruhetag".

 

Die hat, wie uns berichtet wird,

er mittags auf die Burg entführt.

Ein Glücksgefühl besond'rer Art

sich da für ihn ereignet hat.

 

Was ist mit Margot nur passiert?

Ganz sittsam und diszipliniert

war sie an keinem Abend blau.

Was ist nur los mit dieser Frau?

 

So ging's nun weiter, wie wir seh'n,

altersgemäß recht schön bequem

durch's schöne Würten-Frankenland.

Ein jeder dies begeisternd fand.

 

Nur selten ging es mal bergauf,

entlang ging's an der Flüsse Lauf

Bequem ging's auch ganz ohne Qual

entlang am Doau-Main-Kanal.

Zur Klärung von manch heiklen Fragen

verfügbar war'n viel' Kläranlagen.

Doch jeder ernste Klärversuch

scheiterte kläglich am Geruch.

 

Das Mittelalter, kann ich sagen,

war sehr präsent in diesen Tagen.

Bildschöne Städte, Burgen, Seen

hab'n wir auf dieser Tour geseh'n.

 

So‘n gut trainierter Fahrtenhaufen

kann stets sich auch zusammenraufen.

Dass wir so gut zusammenpassen

drauf konnten wir uns stets verlassen.

 

Ihr lieben Kochs, Ihr habt geseh'n

auch diesmal war's besonders schön!

Die Steckenauswahl ideal

und auch die Unterkünfte all'.

 

Solch‘ Radltour - verkündet das -

macht einfach immer wieder Spaß!!

Zum Schluss bleib mir zu sagen nur

herzlichsten Dank für diese Tour!!

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